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5. Brand Voice & Compliance

Klariton beantwortet Kundenfragen nicht in einer generischen KI-Stimme, sondern in Ihrer Stimme — und innerhalb fester Leitplanken, die verhindern, dass eine Antwort etwas behauptet, das Sie so nie gesagt hätten. Diese Sektion erklärt, welche Stellschrauben es gibt, welche davon heute wirklich auf jede Antwort durchschlagen, und welche Compliance-Regeln Klariton automatisch durchsetzt.

Die Einstellungen wirken an zwei Stellen der Kern-Kette: beim BIQs generieren (jede neu erzeugte Antwort wird damit geschrieben und geprüft) und beim beantworten im Chat-Advisor (auch Live-Antworten laufen durch denselben Layer). Sie pflegen die Einstellungen einmal pro Organisation — sie gelten dann für alle Generierungen und alle Touchpoints.

Best Practice: Setzen Sie verbotene Phrasen (Banned Patterns) und die Zusatz-Anweisung (Custom Prompt) so früh wie möglich — idealerweise bevor Sie die erste große BIQ-Generierung starten. Beide wirken auf alle künftigen Generierungen. Wer sie erst nachträglich setzt, muss bereits erzeugte Antworten erneut generieren, damit sie greifen.

5.1 Die zwei Ebenen: Brand-Identität und Voice-Regeln

Abschnitt betitelt „5.1 Die zwei Ebenen: Brand-Identität und Voice-Regeln“

Klariton trennt „welche Persönlichkeit” von „wie genau geschrieben wird”.

Brand-Identität (LIVE) ist der Charakter Ihrer Marke. Sie speist sich aus fünf Feldern Ihrer Organisation:

  • Voice-Beschreibung — die Grund-Tonalität in Worten (z.B. „fachkundig, präzise, kundenorientiert”)
  • Branche — in welchem Umfeld Sie verkaufen
  • Zielgruppe — an wen die Antworten gerichtet sind
  • Expertise-Level — wie tief die Antworten technisch gehen dürfen
  • Tonalität — z.B. professionell, locker, sachlich

Aus diesen Feldern baut Klariton den Eröffnungs-Block jeder Generierung — er nennt Ihren Shop und Ihre Branche und stellt Voice, Zielgruppe, Expertise-Level und Tonalität als Identität voran, an der sich das Modell ausrichtet. Sind alle fünf Felder leer, fällt Klariton auf einen neutralen Standard-Charakter zurück. Sobald Sie auch nur ein Feld füllen, werden die übrigen mit sinnvollen Voreinstellungen ergänzt.

Voice-Regeln (LIVE) sind die konkreten Schreib-Direktiven, die darunter greifen — sie bestimmen Länge, Stil, verbotene Formulierungen und liefern Vorbild-Antworten. Sie sind in den folgenden Abschnitten beschrieben.

Die folgenden Stellschrauben wirken heute auf jede generierte BIQ und auf Live-Chat-Antworten.

  • Maximale Antwortlänge (maxWords) — harte Obergrenze in Wörtern. Bereich 40 bis 200, Standard 80. Klariton gibt diese Grenze als festes Limit an das Modell weiter.
  • Listen erlauben — ob Antworten Aufzählungen nutzen dürfen (nur bei drei oder mehr klar unterscheidbaren Punkten).
  • Disclaimer am Ende — ob ein abschließender Hinweis angehängt werden darf. Standard: aus.
  • Frage am Anfang wiederholen — ob die Antwort die Kundenfrage einleitend aufgreift. Standard: aus.

Eine Liste von Formulierungen, die in keiner Antwort vorkommen dürfen — auch nicht sinngemäß. Klariton liefert acht Standard-Phrasen mit, die typische KI-Floskeln abdecken (etwa „Es ist wichtig zu beachten”, Hedging wie „möglicherweise”, oder Marketing-Adjektiv-Stapel wie „hochwertig / innovativ / premium”). Sie können beliebige eigene Phrasen ergänzen — zum Beispiel Wendungen, die rechtlich heikel sind oder nicht zu Ihrer Marke passen.

Banned Patterns wirken doppelt:

  1. Präventiv — die verbotenen Phrasen gehen als harte Verbote in die Anweisung an das Modell.
  2. Nachträglich (Post-Check) — nach der Generierung prüft Klariton jede erzeugte Antwort noch einmal gegen die aktive Phrasen-Liste (unabhängig von Groß-/Kleinschreibung). Rutscht eine verbotene Phrase trotz Verbot durch, wird die Antwort nicht automatisch veröffentlicht: Sie bleibt im Entwurfs-Status und wird zur Prüfung zurückgehalten — selbst wenn Auto-Veröffentlichung aktiv ist. Im Chat-Advisor blockt derselbe Post-Check eine betroffene Live-Antwort, bevor sie ausgeliefert wird; gelingt auch ein erneuter Versuch nicht, wird die Antwort unterdrückt statt belastet ausgespielt.

Best Practice: Banned Patterns sind Ihre wichtigste Compliance-Leitplanke, weil sie als Einzige nach der Generierung verifiziert werden — nicht nur erbeten. Tragen Sie alles ein, was nie erscheinen darf (etwa unzulässige Wirkungs-Versprechen), als exakte Phrase ein.

Kurze Schreib-Direktiven mit Kategorie, die das Modell in Prioritäts-Reihenfolge befolgt. Klariton liefert sechs Standard-Regeln mit (z.B. „Schreibe wie ein Fachverkäufer im Laden”, „Konkrete Zahlen statt Adjektive”, „Kurze Sätze · max. 20 Wörter”, „Maximal 1 Adjektiv pro Substantiv”). Sie können eigene Regeln ergänzen und priorisieren.

Bis zu fünf Beispiel-Paare aus Frage und idealer Antwort. Klariton zeigt sie dem Modell als Orientierung für Ton und Struktur — die wirksamste Methode, einen bestimmten Stil zu treffen, weil das Modell sich an echten Beispielen ausrichtet statt an abstrakten Regeln.

Ein freies Text-Feld für Power-User. Der Inhalt wird wörtlich und am Ende des Anweisungs-Blocks angehängt. Das ist bewusst so: Bei Konflikten gewinnt die spätere Anweisung — Ihre Zusatz-Anweisung überschreibt also im Zweifel die Standard-Direktiven. Maximal etwa 500 Wörter (rund 750 Tokens); längere Texte werden beim Speichern abgelehnt.

Best Practice: Nutzen Sie den Custom Prompt für Regeln, die kein anderes Feld abbildet — etwa „Nenne Preise nie ohne Hinweis auf Versandkosten” oder „Sprich Kunden immer mit ‚Sie’ an”. Halten Sie ihn knapp und präzise; je kürzer und klarer, desto verlässlicher folgt das Modell.

5.3 Was Klariton automatisch durchsetzt (Compliance)

Abschnitt betitelt „5.3 Was Klariton automatisch durchsetzt (Compliance)“

Unabhängig von Ihren Einstellungen schreibt Klariton bei jeder Antwort einige Grundregeln fest in die Anweisung an das Modell:

  • Keine Konkurrenz-Nennung. Antworten empfehlen keine fremden Anbieter und vergleichen nicht neutral mit Wettbewerbern. Geht es um eine Kaufentscheidung, lenkt der Advisor auf eine Alternative aus Ihrem eigenen Sortiment statt auf einen Fremdanbieter.
  • Keine unbelegten Aussagen. Klariton antwortet nur auf Basis Ihrer hinterlegten Produktdaten und Materialien. Trägt der Kontext eine konkrete Aussage nicht, lässt das Modell den Claim weg, statt zu raten — besonders relevant für Wirkungs-, Gesundheits- oder Verbrauchs-Aussagen, die ohne Quelle nie behauptet werden dürfen.
  • Quellen-Treue im Chat. Findet der Chat-Advisor keine belegte Information, sagt er das offen („Dazu habe ich keine Information”) statt zu erfinden. Bei Antworten aus Weltwissen macht er die fehlende markenspezifische Quelle transparent.
  • Geschützte Begriffe nur bei Beleg. Zertifikats- und Marken-Begriffe (etwa Fairtrade, Demeter, Bio-Kontrollnummern, ISO/CE) verwendet Klariton nur, wenn das Zertifikat in Ihren Daten belegt ist. Ist die Eigenschaft zwar wahr, aber kein Zertifikat hinterlegt, beschreibt das Modell sie faktisch („biologischer Anbau”) statt den geschützten Begriff zu nutzen.

Diese Regeln gelten für alle Antwortquellen gleichermaßen — auch Antworten, die der Chat aus allgemeinem Weltwissen zieht, durchlaufen denselben Compliance-Layer wie kuratierte BIQs.

Damit Sie keine Stellschraube suchen, die es heute nicht gibt:

  • Quellen-Anzeige / Zitate im Output ist als Einstellung sichtbar, aber noch nicht aktiv (BALD). Sie ist im Backend bereits angelegt, in der Oberfläche aber deaktiviert und schaltet erst mit der Zitat-Pipeline scharf. Verlassen Sie sich heute nicht darauf, dass eine Antwort sichtbare Quellen-Verweise ausspielt.
  • Kreativität / „Temperature” ist kein bedienbarer Knopf. Es gibt in Klariton keine Einstellung, mit der Sie die Zufälligkeit oder „Kreativität” der Antworten regeln. Wer den Stil verändern will, tut das über Stilregeln, Vorbild-Antworten und die Zusatz-Anweisung.

Best Practice: Wenn Antworten zu generisch oder zu blumig wirken, drehen Sie an Stilregeln und Golden Examples — nicht an einem vermeintlichen „Kreativitäts-Regler”. Den gibt es nicht, und die genannten Felder treffen den Stil zuverlässiger.