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1. Erste Schritte

Willkommen bei Klariton. Dieser Abschnitt führt Sie von Null bis zum ersten ausgespielten Touchpoint — an einem Nachmittag, ohne dass Sie Ihren Shop oder Ihre Website umbauen müssen.

Klariton ist ein beratender Layer über Ihrer bestehenden Shop- oder SaaS-Seite. Es ersetzt nichts. Sie wechseln nicht die Plattform, Sie migrieren keine Daten weg, Sie bauen keinen großen Chatbot. Stattdessen bringen Sie Ihr vorhandenes Wissen ein — Produkttexte, FAQs, Material, perspektivisch auch Shopify-Daten — und Klariton macht daraus persona-genaue, quellenbelegte Antworten. Diese spielt es über drei kleine Touchpoints in Ihrem eigenen Branding aus, statt über einen einzigen großen Chat-Assistenten.

Der Grundgedanke: drei kleine Touchpoints statt ein großer Chatbot. Ein FAQ-Block auf der Produktseite, ein Chat-Advisor für Beratungsfragen, eine Infobox an der richtigen Stelle — jeder davon klein, fokussiert, an genau einem Ort. Das ist leichter einzubauen, leichter zu kontrollieren und für Ihre Kundinnen und Kunden weniger aufdringlich.

Zusätzlich misst Klariton, ob KI-Crawler (die Bots hinter ChatGPT, Perplexity und Co.) Ihre Inhalte tatsächlich lesen — das nennen wir Agentic Reach — und unterstützt Sie dabei, die Antwort-Qualität über Confidence-Level und einen SafeGuard sauber zu halten, damit schwach belegte Antworten auffallen, bevor sie online gehen.

Bevor Sie loslegen, lohnt sich ein kurzer Blick auf die Bausteine. Sie tauchen überall im Studio wieder auf.

Die Struktur: Org → Layer → Folder → Touchpoint

Abschnitt betitelt „Die Struktur: Org → Layer → Folder → Touchpoint“

Ihr Konto ist als Baum organisiert:

  • Org (Organisation) — Ihre Marke. Eine Org pro Brand, mit eigenem Branding, eigenen Domains und eigenen Einstellungen.
  • Layer — die oberste Sortiments-Ebene, zum Beispiel “Shop” oder “Backend”. Jeder Layer hat eine eigene URL.
  • Folder — Ordner zur Gliederung innerhalb eines Layers, etwa nach Produktgruppe (“Mühlen”, “Bohnen”). Frei verschachtelbar.
  • Touchpoint — der konkrete Ausspielpunkt am Ende des Baums. Genau ein Touchpoint pro Stelle, an der Klariton sichtbar wird.

Best Practice: Bauen Sie den Baum nicht im Voraus perfekt aus. Legen Sie einen Layer und einen Folder an, hängen Sie Ihren ersten Touchpoint hinein — und erweitern Sie erst, wenn Sie mehr Stellen bespielen.

Ein Touchpoint hat immer einen Typ. Es gibt vier:

  • FAQ (LIVE) — ein aufklappbarer Frage-Antwort-Block, ideal für Produkt- und Beratungsseiten. Der ausgereifteste Typ, mit dem die meisten Kunden starten.
  • Chat-Advisor (BALD) — ein dialogischer Berater im Widget. Die Chat-Fähigkeit ist im Produkt gebaut, aber noch nicht als Kunden-Touchpoint live ausgespielt. Wie er funktioniert, sobald er aktiviert wird, steht in Sektion 7.
  • Infobox (BALD) — ein kompakter Informations-Einschub für eine einzelne Aussage. Existiert als Touchpoint-Typ noch nicht.
  • Wizard (Legacy) (LIVE) — der Migrations-Typ für bestehende, klassische Berater-Wizards (zum Beispiel den Naturbohne-Kaffee-Berater). Wird für Bestands-Integrationen genutzt, nicht für Neuanlagen.

Alle Touchpoint-Typen nutzen dasselbe Embed-Verfahren. Sie lernen das Snippet einmal — wenn neue Typen live gehen, ändert sich daran nichts.

Eine BIQ ist eine einzelne, kuratierte Frage-Antwort-Einheit. Jede BIQ gehört zu einer Persona, hat eine Antwort und — das ist der Kern — Quellen, aus denen die Antwort stammt. BIQs sind das, was Ihre FAQ-Touchpoints ausspielen, und sie sind das, was Sie im Studio kuratieren und freigeben.

Eine Persona beschreibt eine typische Kundengruppe: Sprachstil, Wissensstand, Kaufauslöser, typische Fragen. Personas sind pro Org angelegt und werden nicht zwischen Organisationen geteilt. Sie sind der Grund, warum dieselbe Produktfrage für einen Einsteiger anders generiert wird als für einen Profi: Klariton erzeugt die BIQs persona-genau — also in Ton und Niveau passend zur jeweiligen Persona.

Material ist alles, was Sie als Wissensquelle hochladen oder anbinden: Produkttexte, Datenblätter, FAQ-Dokumente, perspektivisch URLs und Shop-Daten. Aus diesem Material baut Klariton Ihre Wissensbasis — die Grundlage, gegen die BIQs generiert und belegt werden. Je sauberer Ihr Material, desto belastbarer die Antworten.

Jede BIQ trägt ein Confidence-Level, das anzeigt, wie gut die Antwort durch Quellen gedeckt ist:

  • CONFIRMED — durch mindestens zwei Ihrer eigenen Quellen bestätigt. Die höchste Stufe.
  • SINGLE_SOURCE — durch genau eine Ihrer Quellen gedeckt.
  • EXTERNAL — keine eigene Quelle, aber externe Daten (z. B. öffentliche Hersteller- oder Suchdaten) stützen die Antwort.
  • INFERRED — keine eigene und keine externe Quelle; die Antwort beruht auf Schlussfolgerung des Sprachmodells.

Die Schwelle für CONFIRMED liegt standardmäßig bei zwei Quellen (≥ 2 Quellen = CONFIRMED) und ist pro Org einstellbar (zwischen 1 und 5 Quellen). Der SafeGuard ist dabei eine Qualitäts-Diagnose: Er markiert schwach belegte Antworten — insbesondere INFERRED — und hält sie standardmäßig zurück, bis Sie Material nachliefern oder die Antwort bewusst freigeben. Wie streng INFERRED behandelt wird (zurückhalten, mit Warnung freigeben oder durchlassen), legen Sie pro Org selbst fest; voreingestellt ist das Zurückhalten.

Best Practice: Behandeln Sie Confidence als Qualitäts-Ampel. Veröffentlichen Sie zunächst nur CONFIRMED- und gut geprüfte SINGLE_SOURCE-BIQs. INFERRED-Antworten sind ein Signal, dass Ihrer Wissensbasis hier noch etwas fehlt.

Dieses Tutorial führt Sie einmal durch die komplette Kern-Kette — von der Anbindung bis zum eingebetteten Snippet. Halten Sie sich an ein Produkt und einen Touchpoint. Das genügt, um den gesamten Ablauf zu verstehen und ein erstes Ergebnis live zu sehen.

Best Practice: Starten Sie mit einem einzigen Produkt und einem einzigen Touchpoint — nicht mit dem ganzen Katalog. Ein gut kuratierter FAQ-Block auf einer Produktseite zeigt Ihnen, wie Klariton arbeitet, bevor Sie skalieren. Den Baum auf einmal vollzustopfen kostet Zeit und verwässert die Qualität.

Melden Sie sich an und legen Sie Ihre Organisation an. Dabei vergeben Sie unter anderem:

  • Ihre Produktions-Domain (die Domain Ihres Shops, ohne https://, z. B. naturbohne.de) — sie legt fest, wo Klariton ausgespielt werden darf.
  • Branche und Branding-Grundlagen (Farben, Logo).

Mit der Org ist Ihr Konto eingerichtet. Ein Standard-Layer wird für Sie automatisch angelegt, sodass Sie sofort weiterarbeiten können.

Gehen Sie in den Material-Bereich und laden Sie die Wissensquelle für Ihr Pilot-Produkt hoch: den Produkttext, ein Datenblatt, eine bestehende FAQ. Klariton verarbeitet die Datei und baut daraus Ihre Wissensbasis (Sie sehen den Verarbeitungs-Status pro Datei). Beginnen Sie mit dem Material, das dieses eine Produkt beschreibt — mehr brauchen Sie für den ersten Durchlauf nicht.

Legen Sie eine Persona an, die zu Ihrem Pilot-Produkt passt — etwa “Einsteiger, der zum ersten Mal kauft”. Beschreiben Sie Sprachstil, Wissensstand und typische Fragen. Diese Persona bestimmt, in welchem Ton und auf welchem Niveau die BIQs für sie generiert werden.

Best Practice: Eine einzige, gut beschriebene Persona reicht für den Start. Weitere Personas fügen Sie hinzu, sobald Sie unterschiedliche Zielgruppen am selben Touchpoint bedienen wollen.

Legen Sie Ihren FAQ-Touchpoint an, verknüpfen Sie ihn mit Ihrer Persona und Ihrem Material — und lassen Sie Klariton BIQs generieren. Klariton erzeugt persona-genaue Frage-Antwort-Paare aus Ihrer Wissensbasis und versieht jede BIQ automatisch mit ihrem Confidence-Level und den zugehörigen Quellen.

Jetzt sind Sie am Zug. Gehen Sie die generierten BIQs durch:

  • Lesen Sie Antwort und Quellen.
  • Bearbeiten Sie Formulierungen, wo nötig.
  • Achten Sie auf das Confidence-Level: CONFIRMED-BIQs sind gut belegt, bei SINGLE_SOURCE lohnt ein prüfender Blick, INFERRED-BIQs werden standardmäßig zurückgehalten, bis Material nachkommt.

Das ist der wichtigste Schritt: Klariton schlägt vor, Sie entscheiden, was online geht.

Geben Sie die geprüften BIQs frei und schalten Sie den Touchpoint live. Ein Touchpoint durchläuft die Zustände Entwurf → Live (→ bei Bedarf Pausiert). Ab jetzt liefert Ihr Touchpoint die freigegebenen Antworten aus.

Zuletzt holen Sie sich das Embed-Snippet für Ihren Touchpoint und fügen es an der gewünschten Stelle Ihrer Produktseite ein. Das Embed-Verfahren ist für alle Touchpoint-Typen einheitlich — Sie lernen es einmal und nutzen es überall. Sobald es eingebaut ist, erscheint Ihr FAQ-Block im Branding Ihrer Marke direkt auf der Seite.

Sie haben die komplette Kern-Kette einmal durchlaufen:

Anbinden → Wissensbasis → Personas → BIQs generieren → kuratieren/prüfen → Touchpoint einbetten → beantworten & messen → verbessern.

Ab hier wächst Ihr Setup organisch: ein zweites Produkt, eine zweite Persona, ein zweiter Touchpoint. Klariton beginnt im Hintergrund zu messen, ob KI-Crawler Ihre Inhalte lesen (Agentic Reach (LIVE)), und zeigt Ihnen, wo Ihre Wissensbasis noch Lücken hat. Die folgenden Abschnitte dieser Dokumentation vertiefen jeden Schritt einzeln.

Best Practice: Erweitern Sie erst, wenn der erste Touchpoint sauber läuft und gepflegt ist. Qualität pro Touchpoint schlägt Quantität — sowohl für Ihre Kundinnen und Kunden als auch dafür, dass KI-Crawler belastbare Inhalte vorfinden.